Gerichtsurteil 16 Jahre nach Hoteleinsturz

Das Berufungsgericht in Nakhon Ratchasima verurteilte die fünf Beklagten, eine Summe von insgesamt 152 Mio. Baht nebst zinsen zu zahlen. Bei den Beklagten handelt es sich um die Stadt Nakhon Ratchasima, die Baufirma, deren Besitzer, den leitenden Bauingenieur und den leitenden Architekten. Klägerin war die Royal Plaza Hotel Company.

Der Anwalt des Hotels sagte, das Urteil solle ein Beispiel dafür sein, daß eine Stadtverwaltung Baupläne nicht absegnen sollte, die mangelhaft seien. Die Sicherheit der Menschen sollte an erster Stelle stehen.tn

Rückblick

Die Meldung in „The Nation“ läßt die Hintergründe aus, der TIP liefert sie nach:

Bei dem eingestützten Hotel handelte es sich um einen Neubau, der gerade erst fertiggestellt worden war. 137 Tote wurden aus den Trümmern geborgen. Besondere Aufmerksamkeit wurde von den Medien einer schwangeren Hotelangestellten entgegengebracht, die überlebt hatte. Ihre Beine wurden durch herabstürzende Betonblöcke eingequetscht, so daß es den Rettungsmannschaften nicht gelang, sie aus den Trümmern zu bergen. Schließlich wurde ein Ärzteteam an die Unfallstelle geführt, das an Ort und Stelle die Beine der Frau amputierte, damit sie befreit werden konnte.

Ein Untersuchungsausschuß stellte fest, daß eine Baugenehmigung für ein fünfstöckiges Gebäude vorgelegen hatte. Der Betreiber des Hotels hatte jedoch ohne Erlaubnis drei weitere Stockwerke gebaut und schwere Wassertanks auf dem Dach installiert, um für die drohende Wasserknappheit im Nordosten Thailands gewappnet zu sein.

Die Regierung verordnete eine Überprüfung aller Hochhäuser in Thailand, speziell im Raum Bangkok. Jedoch litt diese eingesetzte Kommission an Unterbesetzung. Sie hätte Jahrzehnte gebraucht, um ihren Auftrag zu erfüllen. So beschränkte man sich bei der Untersuchung nur auf Hotels und Einkaufszentren.

Dabei wurde eine Reihe von Verstößen festgestellt. Keine oder nur unzureichende Notausgänge, keine Brandschutzmaßnahmen. Einkaufszentren hatten, entgegen den Bauplänen ihrer Architekten, zu viele Stockwerke. Anstatt diese Gebäude wegen Einsturzgefahr zu schließen, wurde am Eingang ein kleines Schild aufgestellt: „Betreten auf eigene Gefahr“. la

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