„Splendid Bar & Restaurant“: Eine Bangkoker Bar mit Damenunterhaltung zur Zeit von König Chulalongkon

Hinweise: Dieser Artikel aus dem Jahre 2008 wurde am 28. November 2014 erweitert und steht mit genauen Quellenangaben hier: www.phakinee.com/prostitution-im alten siam

In unserem Forum gibt es eine Diskussion zu diesem Thema: forum.thailand-tip.com/topic=1511

steer/hmh. Bangkok. Wahr ist, daß Asien schon immer Männer anzog, die exotische Weiblichkeit schätzten, und ebenso ist es wahr, daß es schon seit Jahrhunderten einen Markt für diese Männer gab, insbesondere in Thailand. Es ist auch keine Erfindung des 20. Jahrhunderts, daß sich in vor allem in Bangkok ausländische Investoren in dieser Branche betätigen.

Dazu ein Beispiel: Eines der wenigen Etablissements um 1900, von dem man heute noch den Namen weiß, hieß Splendid Bar & Restaurant. Um 1900 führte die Bar der 1874 in Czernowitz in der Bukowina geborene Abraham Ausländer, der aus Schanghai nach Bangkok gekommen war.

Abraham Ausländers offiziell zur Bedienung angestellten Frauen zogen schon zu König Chulalonkons Zeiten die Kundschaft an. Auch einheimische Prinzen schlugen sich hier Nächte um die Ohren und vergaßen hinterher gelegentlich, den Geldboten zu schicken, wenn die Rechnung etwas höher als geplant ausfiel.

Nur weil solche Dinge aktenkundig wurden, kennt man heute noch die Namen dieser Bar: 1908 prozessierte Ausländer gegen Mom Luang Tum und Mom Luang Goi, zwei Sprößlinge des mächtigen Chao Praya Thewet (hat mit dem Thewet-Palast im gleichnamigen Bangkoker Stadtteil zu tun). Die beiden Söhnchen wollten oder konnten ihre bei Khun Abraham gemachte Zeche nicht zahlen. Erst nach einer Intervention des Generalberaters der siamesischen Regierung, des Amerikaners Westengard, wurden die Schulden dann doch noch bezahlt.

Sogar westliche Prostituierte verstärkten damals das Bangkoker Angebot. Auch ihre Namen wurden gelegentlich aktenkundig. So hielt sich eine 1887 geborene Sarina Derner ab 1908 neun Jahre in Siam auf. Zuvor war sie schon in Bombay als Prostituierte tätig gewesen. 1917 wurde sie wie alle Deutschen und Österreicher interniert und ihr Guthaben bei der Banque de l’Indochine in Höhe von 25 000 Ticals beschlagnahmt.

Auch eine ungarische Prostituierte namens Malvine Elles ist überliefert. Die 30jährige wurde 1917 nach der Kriegserklärung Siams an Deutschland und Österreich-Ungarn ebenfalls interniert. Nach Akten der ehemaligen k.u.k. Gesandtschaft in Bangkok lebten weitere Prostituierte aus der Donaumonarchie in Bangkok, deren Namen aber nicht überliefert sind.

(Auszug aus: www.phakinee.com/Prostitution im alten Siam, verwendet mit freundlicher Genehmigung)

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